Zeltival 2026 – Resumee
Mit ca. 21.500 Besuchenden ging mit dem Konzert des Karlsruher Künstlers CARAMURU am vergangenen Wochenende das ZELTIVAL, das Sommerfestival des Karlsruher TOLLHAUS, zu Ende. 32 Konzerte unterschiedlichster Genres boten während der Festivalzeit vom 26. Juni bis zum 9. August ein vielfältiges Programm mit vielen besonderen Konzerterlebnissen. Vier Veranstaltungen waren ausverkauft: Von Wegen Lisbeth am 27. Juni, Großstadtgeflüster am 10. Juli, The Wombats am 30. Juli und JORIS am 1. August – als Nachholtermin vom vergangenen Jahr, als der Auftritt des Pop-Sängers beim ZELTIVAL leider abgesagt werden musste. Passend zum Schwerpunkt auf lateinamerikanischen und insbesondere brasilianischen Künstler:innen wurde beim ZELTIVAL 2026 in Zusammenarbeit mit Forró in Karlsruhe e.V. und Abadá-Capoeira Karlsruhe mehrfach ein passendes Rahmenprogramm rund um die Konzerte angeboten, das auch viel Anklang bei den Besuchenden fand.Zu den besonderen Highlights gehörten für Geschäftsführer Sebastian Bau der Auftritt der brasilianischen Formation Barbatuques am 5. Juli, die das Publikum unmittelbar in ihr Konzert einbezog, sowie das Doppelkonzert des australischen Ukulele Death Squad und MOS aus Japan am 2. August – ein für das ZELTIVAL typischer, außergewöhnlicher Konzertabend.
Erneut erwies sich der ZELTIVAL-Garten als wichtiger Bestandteil des Festivals. Als Ort der Begegnung und des Austauschs lud er vor und nach den Konzerten zum Verweilen ein und trug wesentlich zur besonderen Atmosphäre des Festivals bei. Einzelne Veranstaltungen, wie das Kinderkonzert mit Kekse & Kakao am 19. Juli oder das Musical Gardening im Rahmen von DAS FEST im Alten Schlachthof, fanden auch komplett im eigens für das ZELTIVAL umgestalteten Außenbereich statt.
Dabei waren die äußeren Bedingungen in diesem Jahr nicht immer einfach. Die Hitzewelle war deutlich zu spüren und auch Unwetter und Sturm beeinflussten das Festivalgeschehen. Auf die hohen Temperaturen hatte das TOLLHAUS schnell mit verschiedenen Hitzeschutzmaßnahmen reagiert: Kostenloses Trinkwasser, Ventilatoren im Saal sowie Sprühnebel und Sprühflaschen sorgten für Abkühlung. Die Maßnahmen wurden im Vorfeld an die Besuchenden kommuniziert und stießen auf sehr positives Feedback. „Das war ganz TOLLHAUS-typisch: Wir haben uns schnell auf die Herausforderung eingestellt und pragmatische Lösungen gefunden. Das Wohl der Besucher:innen stand dabei an erster Stelle“, so Sebastian Bau.
Beim Unwetter am 16. Juli konnte das ZELTIVAL die Vorteile seines hybriden Konzepts ausspielen. Im Unterschied zu reinen Open-Air-Veranstaltungen ermöglicht es die Kombination aus Zelt und Innenräumen, auch bei schwierigen Wetterlagen sicher und möglichst reibungslos weiterzumachen.
Mit rund 21.500 Gästen blieb das Festival etwas hinter den Erwartungen zurück. Als mögliche Gründe sieht das TOLLHAUS neben den Wetterbedingungen auch die derzeitige Zurückhaltung vieler Menschen bei ihren Ausgaben. Zugleich war zu beobachten, dass sich die Kaufentscheidungen für Konzertbesuche kurzfristiger als gewohnt entwickelten, was möglicherweise ebenfalls eine Folge der unsicheren Wetterlage ist. Die überregionale Ausstrahlung des ZELTIVAL blieb hingegen deutlich: Rund 40 Prozent der Besuchenden kamen nicht aus Karlsruhe oder dem Landkreis, teilweise reisten Gäste sogar aus dem Ausland an.
Nach dem ZELTIVAL geht das Kulturzentrum TOLLHAUS zunächst in die Sommerpause. Vom 17. bis 27. September steht mit dem ATOLL-Festival für zeitgenössischen Zirkus bereits das nächste große Festival auf dem Programm.